Technik

Android Ice Cream Sandwich am Samsung Galaxy S

Screenshot: Lock Screen - Cyanogen Mod 9 bringt neues Leben in mein Samsung Galaxy S i9000

Oder: Meine Tochter hat mein Handy erwischt! 😉

Und ich habe gelernt: Ein Entsperrmuster ist ein ausreichender Schutz gegen den Zugriff von Kleinkindern … kann aber nicht beliebig oft ausprobiert werden; und eine RĂŒcksetzung ist nur ĂŒber Komplett-Reset möglich. 🙁 Aber nicht verzagen: Nach meinen extrem positiven Erfahrungen mit Cyanogen Mod auf dem Galaxy Tab sollte sowieso Ice Cream Sandwich auf meinem mit 2 1/2 Jahren betagten noch voll einsatzfĂ€higem Smartphone Einzug halten.

Screenshot: Lock Screen - Cyanogen Mod 9 bringt neues Leben in mein Samsung Galaxy S

Screenshot: Lock Screen – Cyanogen Mod 9 bringt neues Leben in mein Samsung Galaxy S

Des Risikos sollte man sich bei so einem Schritt bewusst sein und zumindest etwas Ahnung haben was man tut. – Mit einem nicht mehr ganz taufrischen GerĂ€t ohne verbliebene Hersteller-Garantie fĂ€llt der Entschluss aber sicher leichter. Ich werde hier die groben nötigen Schritte aufzeigen, um den Aufwand abschĂ€tzbar zu machen, ohne eine volle Anleitung zu geben. – Im Netz finden sich Unmengen davon; mir persönlich hat diese hier sehr geholfen, wobei ich natĂŒrlich keine Garantie geben kann, dass auch bei Anderen keine Probleme auftreten oder der Inhalt der verlinkten Seite dauerhaft gleich bleibt wie zum Zeitpunkt meines letzten Aufrufs!

Die Vorbereitungen

Vor dem Reset:

  • Sicherung aller wichtigen Daten (Apps können theoretisch auch gesichert werden; dies war bei mir nicht möglich bzw. wĂŒrde ich auch generell die Möglichkeit zum „Ausmisten“ nĂŒtzen; wer „unersetzbare“ Daten in Apps hat, sollte sich generell ĂŒberlegen, ob das ĂŒberhaupt Sinn macht! 😉 )
  • Entfernen von (externer) SD-Karte (fĂŒr die, die ganz sicher gehen wollen)
  • Entfernen der SIM-Karte (theoretisch könnten Probleme beim rooten/entsperren auftreten)
  • Bei aktivierter „BestĂ€tigung in 2 Schritten“ in AbhĂ€ngigkeit vom Smartphone alternative Wege einstellen (immer zu empfehlen), um seinen bestehenden Google Account spĂ€ter wieder aktivieren zu können!

Wozu root?

Nur mit vollen root-Rechten können vom Hersteller und Netzbetreiber vorinstallierte Programme entfernt werden. BeschrĂ€nkungen fĂŒr Updates und Custom ROM-Installationen können ebenso umgangen werden. Dazu gibt es 2 Möglichkeiten:

Download-Modus Samsung Galaxy S

Download-Modus Samsung Galaxy S

  • Passendes root-Tool fĂŒr das eigene Handy im Netz suchen (Achtung: abhĂ€ngig von der installerten Android-Version, LĂ€nderkennung, Netzbetreiber etc.!)
  • Komplettes ROM inkl. root-Tool aufspielen (siehe z.B. hier – Bitte alles genau lesen; ich kann natĂŒrlich auch hier keine Garantie auf AktualitĂ€t, generelle FunktionalitĂ€t und Sicherheit der Quelle geben!!)

Das Galaxy S muss dafĂŒr jeweils mit der 3-Tasten-Kombination VolumeDown-Home-Power zugleich in den Download-Modusgestartet werden:

Und los geht’s!

Mit root-Rechten ist der einfachste Weg meiner Meinung nach dann die Installation des ROM-Manager aus dem offiziellen Play-Store. (Dazu am besten auch Superuser, um die neu freigegeben Recht auch gezielt zu verteilen und nicht zur SicherheitslĂŒcke zu machen!) Jetzt die gewĂŒnschte Cyanogenmod-Version sowie geeignete Google Apps herunterladen und auf die (interne) SD-Karte des Handys spielen (Galaxy S z.B. als USB-Laufwerk am PC freigeben). Der ROM-Manager lĂ€sst (bei vorhandenen root-Rechten) nun die Installation von ClockworkMod Recovery zu, mit dem der Standard-Recovery-Modus ersetzt wird und dann Sicherungen von aktuellen ROMs und natĂŒrlich die Installation von neuen recht einfach möglich ist: Mit der 3-Tasten-Kombination VolumeUp-Home-Power startet man dazu in den Recovery-Modus und installiert – am Besten nach erneutem Reset/Cach leeren –  die CM9-.zip-Datei von der (internen) SD-Karte:

Neustart

Hat alles geklappt erwartet einen ein Neustart in vielfachem Sinne: Der Start-Assistent fĂŒhrt einen schnell durch alle nötigen Einstellungen, aber zum „Fein-Tuning“ sollte man sich natĂŒrlich erst einmal mit allen MenĂŒs vertraut machen (die auch deutlich ĂŒbersichtlicher sind als bei Froyo und Gingerbread)! FĂŒr mich hieß es als erstes alle Konten wieder verknĂŒpfen und Apps neu installieren. – Im Google Play Store bekommt man zwar alle jemals auf einem GerĂ€t installierten Apps angezeigt, aber „alle“ heißt in diesem Fall aus irgendeinem Grund maximal 180 … und das deckt bei mir leider bei weitem nicht alles ab! Neu laden nach der ersten (Fern-)Installationsrunde hilft zwar, aber offensichtlich ist es unĂŒblich schon hunderte Apps ausprobiert zu haben! 😉

Und zahlt es sich aus?

Die Frage kommt spĂ€t, berechtigt und völlig unnötig! – NatĂŒrlich zahlt es sich aus, da nicht nur viele sinnvolle Verbesserungen und Bugfixes umgesetzt wurden:

Trebuchet als Launcher hat mich auch nach Wochen der Nutzung nicht nach Alternativen Umschau halten lassen. Durch die Ordner nutze ich nur noch 5 (statt der möglich 7) Homescreens und die Profile sind einfach einzustellen und decken jeden Bedarf ab (auch bei Kleinkindern 😉 ). Dazu wurden viele Standards-Apps verbessert und man bekommt Zugriff auf einige Apps, die mit Gingerbread nicht mehr kompatibel waren (wie z.B Chrome). Einzig Swype ging mir vom Original-Zustand ab, was aber auch nur eine Frage einer einfachen Registrierung und ein paar Minutenwar.

Und die Leistung?

Mehr RAM bekommt das Galaxy S durch das Update natĂŒrlich nicht, aber alleine der Wegfall von TouchWiz scheint so viel Reserven freizugeben, dass ich das Update auch aus diesem Blickwinkel niemals bereut habe! Nach dem Komplett-Reset lief das Handy mit CM9 so reibungslos und ohne Verzögerungen, dass ich es fasst nicht fassen konnte. – So bald dann wieder alle Apps mit unzĂ€hligen Hintergrund-Diensten, Auto-Synchronisierungen und ein aufwĂ€ndiger Live-Hintegrund eingestellt waren, traten wieder ab und an kleine Denkpausen auf, wie ich sie aber zuvor schon schlimmer gewohnt war: LĂ€stig, aber kein Problem.

Der Akkuverbrauch ist (noch mit Original-Akku!) völlig zufriedenstellend und das Handy muss nur deshalb öfter als zuvor aufgeladen werden, da ich es (wieder) so oft wie möglich zur Hand nehme; fast wie bei einem nagelneuen Spielzeug!! 😉

Fazit:

Screenshot: Mein "Social Media Homescreen" mit Herbst-Live-Hintergrund Season Zen HD

Screenshot: Mein „Social Media Homescreen“ mit Herbst-Live-Hintergrund Season Zen HD

So funktioniert Nachhaltigkeit bei Smartphones: Alternative ROMs bringen auf GerĂ€te, die die Hersteller selbst schon seit Jahren(!) abgeschrieben haben noch die neueste Software und (er)sparen so Geld, Ressourcen und die Unterwerfung unter den immer rasanteren Konsum-Zyklus bei Unterhaltungselektronik! 😉 FĂŒr zukĂŒnftige Smartphone-KĂ€ufe heißt das fĂŒr mich umso mehr: Nexus-GerĂ€t oder zumindest verbreiteten Standard fĂŒr den Cyanogenmod sicher etwas liefern wird – abheben kann man sich bei Android ohnehin leicht mit der Software! Und Jelly Bean wartet bei mir auch schon in den Startlöchern, nachdem die erste Stable Version von Cyanogenmod 10 fĂŒr das Samsung Galaxy S freigegeben wurde! 🙂