Unnatürliche Backlinks in Google Webmaster Tools entwerten

Screenshot: Links für ungültig erklären - Google Webmaster Tools

Endlich ist es da: Das heißersehnte Disavowel Tool in den Google Webmaster Tools. Nachdem Bing schon im Juni vorgelegt hatte biete nun auch Google die Möglichkeit ungewollte (bzw. vor allem scheinbar schädliche) Backlinks nicht nur zu melden, sondern als ungültig zu erklären:

Screenhot: Link Avowel Tool - Google Webmaster Tools

Screenshot: Link Avowel Tool – Google Webmaster Tools

Die offizielle Ankündigung und der angezeigte Hinweis macht klar, dass Google dieses Tool allerdings nur als letzte Option anbieten will Spam zu melden und nicht als zusätzliches Feature, um zwischendurch mal schnell einzelne, möglicherweise negative Backlinks zu entfernen:

Es handelt sich hierbei um eine erweiterte Funktion, die nur mit Vorsicht eingesetzt werden sollte. Bei unsachgemäßer Verwendung kann sie sich nachteilig auf das Abschneiden Ihrer Website in den Suchergebnissen von Google auswirken. Sie sollten Rückverweise nur für ungültig erklären, wenn Ihrer Ansicht nach eine erhebliche Anzahl von Spam-Links, künstlichen Links oder minderwertigen Links auf Ihre Website verweisen und Sie sich sicher sind, dass diese Ihnen Probleme verursachen.

Wann soll man das Tool also benutzen?

Was genau (und wie schnell) mit den eingereichten Links geschieht ist – zumindest für mich – nicht direkt ersichtlich, aber die Zielgruppe ist klar: Wer Meldungen über unnatürliche Links auf seine Seite bekommt und diese einfach nicht löschen lassen kann, der hat nun endlich eine Möglichkeit Abstrafungen durch Google zu beheben. – Ein entscheidendes Mittel, um gerade “schuldlosen Opfern” vergangener Algorithmus-Updates überhaupt einen Weg zur “Rehabilitierung” zu geben. Bisher gab es dafür kaum einen (unaufwändigen) Ausweg.

Es können dabei sowohl einzelne Links als auch ganze (Sub-)Domains zur Entwertung eingereicht – und mit Kommentaren ergänzt – werden, wie z.B.:

# Contacted owner of boesedomain1.com on 8/1/2012 to
# ask for link removal but got no response

http://www.boesedomain1.com/spamlink-seite1.html


http://www.boesedomain1.com/spamlink-seite2.html

# Owner of boesedomain2.com removed most links, but missed this

http://www.boesedomain2.com/backlink.html

oder eben gleich:

domain:http://sub.boesedomain3.com

Disavow Links von Matt Cutts (Head of webspam bei Google) erklärt:

Fazit

Kein Tool für den täglichen Hausgebrauch eines Webmasters aber im Notfall eine wahrscheinlich entscheidende Hilfe seine Seite schneller zu rehabilitieren.

Und ein Tool für die automatische Erzeugung von Dateien für das Disavow Link Tool gibt es natürlich auch schon: www.linkdetox.com ;-)

Veröffentlicht von

www.stephanlendl.com

Will immer wissen wie es geht! Man könnte ja eine Gelegenheit versäumen etwas dazuzulernen. - Welch' ein furchtbarer Gedanke!

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Man wird abwarten müssen, wie sich das “Disavow Links Tool” im Alltag “bewährt”, bzw. ist es ein recht mächtiges Tool und vermutlich gibt es nicht nur “positivi” Nutzungsszenarien dafür. Wer als SEO ein bißchen kreativer ist und um die “Ecke denkt” dem fallen sicherlich allerhand Nutzungsszenarien ein, die sich gegen Mitbewerber oder Linkquellen generell richten können. Es bleibt also weiter spannend..

    • Danke für den Kommentar! – Ich nehme an, dass aus genau den genannten Gründen die Einreichung (und bis zu einem gewissen Grad wohl auch die Abarbeitung) manuell nach einem strikten Ablauf erfolgt. Aber ich kann den Gedankengang nachvollziehen; Mißbrauch lässt sich hier sicherlich nur schwer gänzlich ausschliessen.

      • Nicht umsonst gibt es in der SEO Szene ja die verschiedenen “Hüte” (White-Hat, Grey-Hat, Black-Hat), weil jedes Tool für Gutes, aber auch Böses (miss)braucht werden kann. Ist schon eine “Berufskrankheit”, daß man nicht sofort den Nutzen eines Tools sieht, sondern auch das mögliche “Schadpotenzial”. Natürlich wird der kleine Websitebetreiber von nebenan mit dem Disavow Tool hoffentlich keinen allzu großen Schaden anrichten können, aber wenn man etwas kreativer ist und etwas Zeit, Geld und Gehirnschmalz investiert, kann man hier vielleicht in Richtung “Negatives SEO” etwas auslösen. Und: Ein dramatischer Traffic-Rückgang kann für viele Websites heutzutage durchaus existenzbedrohend sein. Wobei man die Kirche im Dorf lassen muß; Diese Taktiken kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur in hochumkämpften Branchen zum Einsatz. Falls man als selbst als Unternehmen, Behörde oder Einrichtung von “negativem SEO”, dh. dem Downgrading in den SERPs betroffen ist, steckt meist ein spezieller Mitbewerber mit einem gesonderten Motiv dahinter. Und oft werden hier Spuren und Indizien in der Online & Offline Welt hinterlassen, so dass vermutlich der Mitbewerber a la long gefunden werden kann. Mir sind aktuell noch keine Fälle in Österreich bekannt, bei denen Websites aus dem Index “gedrängt” worden sind, aber interntational gesehen gibts es bereits einige solche Fälle. Nur eines steht fest: Es gibt auch in Zukunft noch einges zu tun für uns SEOs..